"Heilkräuter - Gesundheit aus der Natur - Andorn"
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Andorn

 

Marrubium vulgare

Volksnamen: Antonitee, Mutterhaut, Mauer-Andorn, Weißer Andorn, Weißer Dorant, Gotteshilfe, Berghopfen, Mariennessel, Helfkraut

Andorn - Marrubium vulgare 
Der Andorn gehört zur Familie der Lippenblütler. Das etwa 30 bis 40 cm hohe Kraut ist ausdauernd und dicht filzig behaart. Der vierkantige Stängel ist hohl. Die unteren rundlichen bis eiförmig-ellipitischen Blätter sind langgestielt, werden bis 3,5 cm lang und sind am Rand kerbig gezähnt. Nach oben werden die Blätter immer kleiner und der Blattstiel immer kürzer.
Der Geruch der Pflanze ist schwach, eigentümlich, der Geschmack aromatisch, etwas scharf, bitter und salzig. Andorn blüht von Juni bis September.

Der weiße Andorn wurde, ursprünglich in Zentralasien und am Mittelmeer beheimatet, in Mittel- und Nordeuropa eingebürgert und wächst bevorzugt auf Magerwiesen, trockenen Weiden, Ödland, entlang von Wegen, auf Schuttgelände und auf überdüngten Plätzen, dort, wo es warm und trocken ist.

Der Name des Andorn leitet sich aus dem Hebräischen ab und bedeutet dort "der bittere Saft".
Andorn war besonders bei den alten Ägyptern sehr geschätzt und wurde vor ihnen bei Erkrankungen der Atemwege und als Gegengift genutzt. Die Römer verwandten ihn zur Heilung malariaartiger Erkrankungen und Paracelsus, Matthiolus, Hufeland und Kneipp waren Befürworter des Andorns als Lungenheilmittel.
Im Mittelalter galt der Andorn als so genanntes "hexenwidriges Kraut" und weil er "die bösen Geister vertrieb", gab man ihn Wöchnerinnen zum Schutze bei. In einem alten Kräuterbuch heißt es: "Andorn eröffnet die verstopfte Leber - Milz und Mutter - hilft den Frauen in Kindesnöten - auch so sie nach der Geburt nicht wohl gereinigt werden - denen treibts ihr Zeit und Bürdle..."
"Die Bletter von weißem Andorn in wasser oder wein gesotten darein gefeimpt honig oder zucker gethan vnd getruncken erweycht vnd reumet den koder auss der lungen vnd brust. Hilfft allso wider den husten...", so vermerkte Matthiolus anno 1563.
Die Heilige Hildegard schrieb: "Der Andorn ist warm und hat genug Saft, und er hilft gegen verschiedene Krankheiten. Denn wer taube Ohren hat, der koche Andorn in Wasser und nehme ihn aus dem Wasser und lasse seinen warmen Dunst in seine Ohren dringen, und er lege ihn so warm um die Ohren und den ganzen Kopf, und er wird ein besseres Gehör erlangen. Und wer in der Kehle krank ist, der koche Andorn in Wasser, und er seihe jenes gekochte Wasser durch ein Tuch, und er füge zweimal soviel Wein bei, und er lasse es nochmals in einer Schüssel aufkochen unter Beigabe von genügend Fett, und so trinke er es oft, und er wird in der Kehle geheilt werden."

Vom Andorn wird der obere Teil der Pflanze in den Monaten Juni bis September gesammelt, dann, wenn sich die Blüten voll entfaltet haben.


 
 
Wirkung:
Wirkstoffe:
anregend, appetitanregend, auswurffördernd, belebend, gallenausscheidungsfördernd, magensaftsekretionsfördernd
Bitterstoffe, darunter Marrubiin, Harze, ätherisches Öl und Gerbstoffe



Zur Beachtung:

Andorn darf nicht während der Schwangerschaft oder in der Stillperiode angewendet werden.
Andorn ist nicht für die kurmäßige Einnahme bzw. längeren Gebrauch bestimmt und sollte nicht von Personen mit Herzerkrankungen eingenommen werden.


 
 
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Anwendung
 
Zubereitung
 
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