"Heilkräuter - Gesundheit aus der Natur - Holunder"
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Holunder

 

Sambucus niger L.

Volksnamen: Elhorn, Eller, Flier, Alhorn, Holder, Holderbusch, Holler, Zibke, Kisseke, Keilken, Pisseke

Holunder - Sambucus niger L. 
Holunder gehört neben der Kamille zu den bekanntesten Pflanzen der Volksheilkunde.
Im Juni erfreut uns der Holunderbaum oder -strauch mit seinen hell-leuchtenden Blüten, im September mit glänzend-schwarzen Beeren.
Der Holunder kann bis zu 10 m hoch werden, auffallend ist der Geruch der Blüte, der nach persönlicher Empfindung von angenehm bis unangenehm eingestuft werden kann.
Holunder wächst an Waldrändern, auf sonnigen Waldschlägen oder in stark gelichteten Wäldern, wir finden ihn aber auch in der Nähe menschlicher Ansiedelungen und auf Schuttplätzen.

Bereits in der Mythologie spielte der Holler eine große Rolle, wurde er doch zum Wohnsitz der schützenden Hausgöttin, Frau Holle, erhoben.
Schon vor Christi wurde Holunder von Theophrast von Eresos beschrieben und die Schüler Hippokrates’ zeichneten eine Reihe von Heilwirkungen auf.
Auch Plinius Secundus berichtete über den Strauch.
Interessant in der Geschichte des Holunders ist die von Albertus Magnus (ca. 1250 nach Christi) aufgeschriebene und von anderen Heilkundigen seiner Zeit bestätigte These, dass die innere Rinde des Baumes, von oben nach unten abgeschabt, ein Abführmittel, aber von unten nach oben abgeschabt, ein Brechmittel sei.

Um den Holunder ranken sich eine Vielzahl von Volksbräuchen und -sitten. So galt es als sicheres Todesurteil, einen Holunder zu fällen.

Wen wundert es, dass der Holunder noch heute fest in der Volksmedizin verankert ist. Seine Schößlinge und jungen Blätter werden von April bis Mai, die Blüten bei sonnigem Wetter im Juni und die Mittelrinde der Wurzeln von Februar bis Ende November gesammelt. Im Februar/März sowie in der Zeit zwischen Oktober und November sammelt man auch die abgeschabte Mittelrinde der Äste und des Stammes und September ist die Sammelzeit für die ausgereiften Beeren.

Neben dem beschriebenen Schwarzen Holunder kommen in unseren Breiten noch der Zwergholunder und der Rote Holunder vor. Während der Zwergholunder ebenfalls Heilwirkungen besitzt, bestehen diese beim Roten Holunder nicht.


 
 
Wirkung der Blätter und Schößlinge:
Wirkstoffe:
schweißfördernd, harntreibend, blutreinigend und -verbessernd
Emulin, Invertin, Kalimnitrat, Saccharose, Sambucin
Wirkung der Holunderblüten:
Wirkstoffe:
schweißtreibend
ätherische Öle, Gerbstoff, Schleim, Cholin, Harz, Sambunigin, Zucker, Säuren, Saponinen
Wirkung der Rinde und Wurzel:
Wirkstoffe:
abführend, harntreibend
u.a. ein sehr heilkräftiges Harz
Wirkung der reifen Beeren:
Wirkstoffe:
abführend
viele Säuren, Bitterstoffe, ätherisches Öl, Zucker, Harz, Vitamine, u.a. die Vitamine J und B



Zur Beachtung:

Besonders bei der Anwendung der Rinde und Wurzel des Holunders müssen die Mengenangaben gut beachtet werden, da eine Überdosierung zu Erbrechen, starkem Durchfall und Entzündungen in Magen, Darm und Nieren führen kann.

Die Beeren des Schwarzen Holunders sind niemals roh einzunehmen - sie müssen vor der Einnahme immer leicht gekocht werden!

Vor dem Genuß der Beeren des Roten Holunders ist nachdrücklich abzuraten, da sie schläfrig machen und Erbrechen und Darmbeschwerden auslösen können.
Der Rote Holunder unterscheidet sich von der heilkräftigen schwarzen Art in den deutlich gelblicheren Blüten und in den scharlachroten Beeren.


 
 
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Anwendung
 
Zubereitung
 
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