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Bereits in der Mythologie spielte der Holler eine große Rolle, wurde er doch zum Wohnsitz der schützenden Hausgöttin, Frau Holle, erhoben.
Schon vor Christi wurde Holunder von Theophrast von Eresos beschrieben und die Schüler Hippokrates’ zeichneten eine Reihe von Heilwirkungen auf.
Auch Plinius Secundus berichtete über den Strauch.
Interessant in der Geschichte des Holunders ist die von Albertus Magnus (ca. 1250 nach Christi) aufgeschriebene und von anderen Heilkundigen seiner Zeit bestätigte These, dass die innere Rinde des Baumes, von oben nach unten abgeschabt, ein Abführmittel, aber von unten nach oben abgeschabt, ein Brechmittel sei.
Um den Holunder ranken sich eine Vielzahl von Volksbräuchen und -sitten. So galt es als sicheres Todesurteil, einen Holunder zu fällen.
Wen wundert es, dass der Holunder noch heute fest in der Volksmedizin verankert ist. Seine Schößlinge und jungen Blätter werden von April bis Mai, die Blüten bei sonnigem Wetter im Juni und die Mittelrinde der Wurzeln von Februar bis Ende November gesammelt. Im Februar/März sowie in der Zeit zwischen Oktober und November sammelt man auch die abgeschabte Mittelrinde der Äste und des Stammes und September ist die Sammelzeit für die ausgereiften Beeren.Neben dem beschriebenen Schwarzen Holunder kommen in unseren Breiten noch der Zwergholunder und der Rote Holunder vor. Während der Zwergholunder ebenfalls Heilwirkungen besitzt, bestehen diese beim Roten Holunder nicht.
Wirkung der Blätter und Schößlinge: |
Wirkstoffe: |
schweißfördernd, harntreibend, blutreinigend und -verbessernd |
Emulin, Invertin, Kalimnitrat, Saccharose, Sambucin |
Wirkung der Holunderblüten: |
Wirkstoffe: |
schweißtreibend |
ätherische Öle, Gerbstoff, Schleim, Cholin, Harz, Sambunigin, Zucker, Säuren, Saponinen |
Wirkung der Rinde und Wurzel: |
Wirkstoffe: |
abführend, harntreibend |
u.a. ein sehr heilkräftiges Harz |
Wirkung der reifen Beeren: |
Wirkstoffe: |
abführend |
viele Säuren, Bitterstoffe, ätherisches Öl, Zucker, Harz, Vitamine, u.a. die Vitamine J und B |
Die Beeren des Schwarzen Holunders sind niemals roh einzunehmen - sie müssen vor der Einnahme immer leicht gekocht werden!
Vor dem Genuß der Beeren des Roten Holunders ist nachdrücklich abzuraten, da sie schläfrig machen und Erbrechen und Darmbeschwerden auslösen können.
Der Rote Holunder unterscheidet sich von der heilkräftigen schwarzen Art in den deutlich gelblicheren Blüten und in den scharlachroten Beeren.
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