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Bereits Gaius Plinius Secundus (23-79), römischer Beamter und Schriftsteller, der eine Enzyklopädie des Wissens seiner Zeit mit dem Hauptwerk Naturgeschichte schrieb, dokumentiert die Heilerfolge der Schafgarbe. Aus der griechischen Antike kennen wir den thesaulischen Centaur Cheiron, der die Wunde des Achilles mit Schafgarbe (Achilles millefolium) heilte.
Der alte Leibarzt des Bischoffs von Speyer preiste, ebenso wie andere Kräuterväter des Mittelalters die "Tugend und Kraft" der Pflanze gegen die fallende Sucht, Verzehrung der Lunge, Blutspeien und Magenerbrechen. "Wann einer unlustig ist und nicht essen oder trinken mag, der nehme Garbenkraut und sied es in Wein, seihe es durch und trinke alle Morgen nüchtern ein gemeines Tischbecherlein voll warm."
Pfarrer Kneipp (1821-1897) empfahl den Tee aus der Schafgarbe gegen Appetitmangel und Frauenleiden. "Viel Unheil bliebe den Frauen erspart, würden sie ab und zu einmal nach Schafgarbe greifen!". Und Kräuter-Pfarrer Künzle gab seinen Patientinnen gegen Erkältungen des Unterleibes und andere Frauenbeschwerden den Tee aus den weißen Blüten zu trinken, wohl frei nach dem alten Sprichwort: "Schafgarb' im Leib tut gut jedem Weib." Den Männern empfahl er es als Mittel gegen Rückenschmerzen, besonders bei der Ernte, wenn sie sich viel bücken müssen.
Die heilige Hildegard von Bingen schrieb über das Kraut: "Wenn ein Mensch durch einen Unfall verwundet ist, soll man, nach Auswaschen der Wunde mit Wein, Schafgarbe leicht in Wasser kochen und das Wasser etwas ausdrücken und sie so noch warm zart über den Verband binden, der auf der Wunde liegt, und so nimmt es der Wunde das Eitern und Geschwürigwerden und heilt die Wunde. ... Wer eine innerliche Verletzung erlitt, so daß er geprügelt oder innerlich verletzt wurde, der pulvere die Schafgarbe und trinke dieses Pulver in warmen Wasser. Wenn es besser geht, trinke er das Pulver in warmem Wein bis zur Heilung."
Das blühende Kraut ohne Wurzel wird zu Heilzwecken zwischen Ende Juni und Ende August gesammelt. Der rötlich blühenden Schafgarbe wird besonders große Heilkraft nachgesagt.
Wirkung: |
Wirkstoffe: |
keimhemmend, heilend, abwehrsteigernd, kreislauffördernd, blutverbessernd, blutreinigeng |
Bitterstoff Achillein, Sterin, Ameisen- und Essigsäure, Inulin, Eiweiß,Phospahte, Nitrate; Kalisalze, ein dem Vitamin A ähnlicher Bestandteil, Vitamin C; ätherisches Öl |
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