"Heilkräuter - Gesundheit aus der Natur - Schafgarbe"
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Schafgarbe

 

Achillea Millefolium

Volksnamen: Bauchwehkraut, Blutstillkraut, Frauendank, Gotteshand, Heil allen Schaden.

Schafgarbe - Achillea Millefolium 
Das "Bauchwehkräutl", wie es unsere österreichischen Nachbarn liebevoll nennen, wächst in ganz Europa bis zum Polarkreis an allen trockenen Wegrändern, auf Wiesen, Rasenplätzen und auf Äckern als Unkraut.
Die Schafgarbe ist ein Korbblütler, auch wenn seine dichten und reichblütigen Trugdolden in weißer bis rötlicher Farbe es wie ein Doldenblütler aussehen lassen.
Der Wurzelstock treibt zuerst krause, breitere Wurzelblätter, dann den aufrechten Stängel. Die Blätter sind dunkelgrün, doppelt fiederspaltig, kraus anzusehen, mit schmalen, zwei- bis dreilappigen, stachelspitzigen Fiederteilen.

Bereits Gaius Plinius Secundus (23-79), römischer Beamter und Schriftsteller, der eine Enzyklopädie des Wissens seiner Zeit mit dem Hauptwerk Naturgeschichte schrieb, dokumentiert die Heilerfolge der Schafgarbe. Aus der griechischen Antike kennen wir den thesaulischen Centaur Cheiron, der die Wunde des Achilles mit Schafgarbe (Achilles millefolium) heilte.
Der alte Leibarzt des Bischoffs von Speyer preiste, ebenso wie andere Kräuterväter des Mittelalters die "Tugend und Kraft" der Pflanze gegen die fallende Sucht, Verzehrung der Lunge, Blutspeien und Magenerbrechen. "Wann einer unlustig ist und nicht essen oder trinken mag, der nehme  Garbenkraut und sied es in Wein, seihe es durch und trinke alle Morgen nüchtern ein gemeines Tischbecherlein voll warm."
Pfarrer Kneipp (1821-1897) empfahl den Tee aus der Schafgarbe gegen Appetitmangel und Frauenleiden. "Viel Unheil bliebe den Frauen erspart, würden sie ab und zu einmal nach Schafgarbe greifen!". Und Kräuter-Pfarrer Künzle gab seinen Patientinnen gegen Erkältungen des Unterleibes und andere Frauenbeschwerden den Tee aus den weißen Blüten zu trinken, wohl frei nach dem alten Sprichwort: "Schafgarb' im Leib tut gut jedem Weib." Den Männern empfahl er es als Mittel gegen Rückenschmerzen, besonders bei der Ernte, wenn sie sich viel bücken müssen.

Die heilige Hildegard von Bingen schrieb über das Kraut: "Wenn ein Mensch durch einen Unfall verwundet ist, soll man, nach Auswaschen der Wunde mit Wein, Schafgarbe leicht in Wasser kochen und das Wasser etwas ausdrücken und sie  so noch warm zart über den Verband binden, der auf der Wunde liegt, und so nimmt es der Wunde das Eitern und Geschwürigwerden und heilt die Wunde. ... Wer eine innerliche Verletzung erlitt, so daß er geprügelt oder innerlich verletzt wurde, der pulvere die Schafgarbe und trinke dieses Pulver in warmen Wasser. Wenn es besser geht, trinke er das Pulver in warmem Wein bis zur Heilung."

Das blühende Kraut ohne Wurzel wird zu Heilzwecken zwischen Ende Juni und Ende August gesammelt. Der rötlich blühenden Schafgarbe wird besonders große Heilkraft nachgesagt.


 
 
Wirkung:
Wirkstoffe:
keimhemmend, heilend, abwehrsteigernd, kreislauffördernd, blutverbessernd, blutreinigeng
Bitterstoff Achillein, Sterin, Ameisen- und Essigsäure, Inulin, Eiweiß,Phospahte, Nitrate; Kalisalze, ein dem Vitamin A ähnlicher  Bestandteil, Vitamin C; ätherisches Öl



Zur Beachtung:

Bei empfindlichen Personen können nach dem Genuss des Schafgarbentees Hauterkrankungen auftreten. Unter Umständen kann schon das Berühren der Pflanze einen bläschenartigen Hautausschlag oder eine Hautentzündung auslösen. Diese Wiesendermatitis kann auch durch andere Pflanzen, z.B. durch die Schlüsselblume, ausgelöst werden und wird häufig durch ältere, sich unmittelbar nach der Vollblüte befindliche Pflanzen verursacht. Besonders hautempfindlichen Menschen ist daher anzuraten, nur ganz junge, eben erblühte Pflanzen zu verwenden und die Teekur nur mit kleinsten, geringdosierten Mengen zu beginnen und allmählich bis hin zur normalen Dosis zu steigern.


 
 
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