Tang-Kuei, eine Abart von der europäischen Angelika, wurde im fernen Osten schon ungefähr 3500 vor Christi in einem Kräuterbuch erwähnt. Es war das Kräuterbuch vom Kaiser hing-nong und die Pflanze wurde als Mittel gegen Nierenerkrankungen, Erkrankungen von Verdauungsorganen, sowie als Herz- und Kreislaufmittel vorgestellt.
Die europäischen Arten der Engelswurzel galten als pflanzliche Nahrung und waren in nordischen Ländern bereits lange als Kulturpflanze bekannt. So wurde (und wird noch heute) aus der Pflanze von den Lappen ein Brei zubereitet. Hierfür nahm man die aufgeblühten Dolden, die man mit kochender Rentiermilch übergoss. Dieser Brei wurde in Rentierdärme gefüllt, die anschließend zum Trocknen aufgehängt wurden. Danach wurde einige Wochen oder Monate gewartet, die Därme wurden in Scheiben geschnitten und als Speise, die die Verdauung fördern soll, eingenommen.
Im Mittelalter, zu Zeiten der Cholera und der Pest, setzte man Angelika ein, um Seuchen zu heilen. Die Legende besagt, Erzengel Gabriel habe der Pflanze ihre Heilkraft verliehen.
Angelika zählt zur Gruppe der Doldengewächse und ihre Blühzeit ist im Juli und August. Die Pflanze wächst in Nordasien und im nördlichen Europa an Flussufern und auf Wiesen.
In Deutschland findet man die Pflanze vorwiegend in Gebirgsschluchten, sowie auf feuchten Mittelgebirgswiesen. Wilde Fundorte der Angelika sind sehr beschränkt. Allerdings wird die Pflanze innerhalb Europas in Belgien, Deutschland, Frankreich, sowie teilweise in Holland kultiviert.
Sammelgut des Engelswurz ist der Wurzelstock, im Spätherbst der Samen, sowie vor der Blüte im Frühjahr einzeln auch die Blätter.
Wirkung
Auswurffördernd
Blähungstreibend
Krampflösend
Gallensekretionsanregend
Wassertreibend
Verdauungsfördernd
Desinfizierend
Appetitanregend
Wirkstoffe
Ätherisches Öl, Zucker, Harze, Angelikasäure sowie andere Säuren, Bitterstoffe, Pektin, Wachs, Gerbstoffe, Furanocumarine, Stärke
Zu beachten
Wird die Pflanze unsachgemäß dosiert, ergibt sich die Möglichkeit von Nebenwirkungen. So kann es bei einer überhöhten Dosierung zu Lähmungserscheinungen und Vergiftungen kommen. Außerdem kann der Wirkstoff Furanocumarin zu Hautreizungen führen und er macht lichtempfindlich.
Bei der Angelika-Wurzel besteht eine hohe Verwechslungsgefahr mit der des Roßkümmels und des giftigen Wasserschierlings.