Aufgrund seiner schweiß- und harntreibenden Wirkung wird Holunder noch immer gern in der Therapie von Erkältungen eingesetzt.
Die abführende und harntreibende Wirkung, vor allem der Wurzel und Rinde wird für Entgiftungen verwendet - hier ist der richtigen Dosierung größte Aufmerksamkeit zu widmen. Doch die richtige Dosierung (1 TL - nicht gehäuft - auf 1 Tasse Wasser; davon nicht mehr als zwei kleine Tassen über den ganzen Tag verteilt getrunken!) kann von Harnbeschwerden und Nieren- und Blasenstörungen befreien. Dieser Tee wird auch getrunken gegen Wassersucht und Ödeme sowie bei Gelenk- und Muskelrheumatismus.
Die abführende Wirkung wird gegen Stuhlverstopfung und Darmverschluss empfohlen.
Gegen Erkrankungen der Lunge, z.B. deren Entzündung, finden die ausgereiften Beeren Anwendung.
Der besonders hohe Anteil an Vitamin B1 in den Beeren wirkt gegen Nervenentzündungen, Wassersucht und Kreislaufstörungen; diese Erkrankungen sind häufig ein Hinweis auf Mangel an Vitamin B1.
Holundermus wird ebenfalls als Mittel zur Anregung der Darmentleerung, vor allem bei Entzündung des Darmkanals oder Krämpfen eingesetzt. Aufgrund der guten Verträglichkeit des Holundermus kann dieser auch bei Kleinkindern angewendet werden.
Holunder zu Mus oder dickflüssigem Saft verkocht findet in der Volksmedizin bei Neuralgien, der Trigeminusneuralgie, Ischias und Hexenschuss Verwendung.
Holunderwein wird eingenommen gegen grippale Infekte, Bronchitis und Lungenentzündung, nach körperlicher oder geistiger Überanstrengung, zur milden Regulierung des Stuhlganges, gegen Bauchgrimmen und bei Darmkoliken, er macht Appetit und regelt den Kreislauf.
Frisch gepflückte junge Holunderblätter, leicht zerquetscht und in Milch aufgekocht werden in der Volksheilkunde zu einem dicken Brei zerstampft und als Auflage bei Verbrennungen und blutenden Hämorrhoiden verwendet.
Die Blätter und Schossen, in Schweinefett ausgeprasselt und passiert ergeben eine Salbe gegen Gichtschmerzen.
Holundermus, -saft oder -wein sagt man eine Wirkung gegen nervöse Herzbeschwerden und Alpträumen nach.
Tee aus der Holunderblüte bereitet und lauwarm ins Ohr geträufelt, soll Ohrenschmerzen mildern, der gleiche Tee, einige Minuten im Mund behalten, soll Zahnschmerzen lindern.
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