Der Holunder wirkt harn- und schweißtreibend und wird daher immer noch gerne zur Therapie bei Erkältungen verwendet.
Diese Wirkung, die vor allem die Rinde und Wurzel haben, wird auch für Entgiftungen angewandt. Hierbei ist es wichtig, die Dosierung mit voller Aufmerksamkeit vorzunehmen. Von einer richtigen Dosierung spricht man, wenn man 1 TL (nicht gehäuft) auf eine Tasse Wasser nimmt und hiervon über den Tag verteilt keinesfalls über zwei kleine Tassen trinkt. So können Blasen- und Nierenstörungen, sowie Harnbeschwerden bekämpft werden. Diesen Tee trinkt man auch gegen Ödeme und Wassersucht, sowie bei Muskel- und Gelenkrheumatismus.
Die abführende Wirkung hilft bei Darmverschluss und gegen Stuhlverstopfung.
Die ausgereiften Beeren werden bei Lungenerkrankungen, z.B. Lungenentzündungen, eingesetzt.
Die Beeren haben einen bedeutend großen Anteil an Vitamin B1 und wirken gegen Kreislaufstörungen, Nervenentzündungen und Wassersucht. Diese Krankheiten weisen oft darauf hin, dass ein Vitamin B1-Mangel vorliegt.
Das Mus des Holunders dient auch als Mittel um die Darmentleerung anzuregen, besonders bei Krämpfen oder Entzündungen des Darmkanals.
Das Holundermus weist eine gute Verträglichkeit auf und kann daher auch bei Kleinkindern eingesetzt werden.
Holunder, der zu dickflüssigem Saft oder Mus verkocht wird, wird in der Volksheilkunde bei Hexenschuss, Neuralgien, Ischias und der Trigeminusneuralgie verwendet.
Die Einnahme von Holunderwein wirkt appetitanregend und regt den Kreislauf an. Außerdem wird er eingesetzt, um eine milde Regulierung des Stuhlganges vorzunehmen, bei Darmkoliken und gegen Bauchgrimmen. Weitere Anwendungsgebiete sind Lungenentzündung und Bronchitis, grippale Infekte und geistige und körperliche Überanstrengung.
In der Volksmedizin verwendet man einen Holunder-Brei als Auflage bei blutenden Hämorrhoiden und Verbrennungen. Hierfür nimmt man die jungen Blätter, die frisch gepflückt sind, zerquetscht sie leicht und kocht sie in Milch auf. Dies wird anschließend zu einem dicken Brei zerstampft.
Nimmt man die Schossen und Blätter der Pflanze und lässt sie in Schweinefett ausprasseln und passiert sie, so erhält man eine Salbe gegen Gichtschmerzen.
Holundersaft, - wein oder –mus gilt als Mittel gegen Alpträume und nervöse Herzbeschwerden.
Träufelt man den lauwarmen Tee aus Holunderblüten ins Ohr, mindert dies Ohrenschmerzen. Nimmt man den gleichen Tee und behält ihn ein paar Minuten im Mund, so soll dies ein Mittel gegen Zahnschmerzen sein.