Bereits in der Antike verehrte man Salbei als Allheilmittel. Hippokrates (460 – 377 v. Chr.) riet Lungenschwindsüchtigen zu Salbei und auch in der Landanbauordnung „Capitulare de villis“, die 812 von Karl dem Großen erlassen wurde, ist die Pflanze erwähnt.
Auf einem Gemälde von Albrecht Altendorfer (1480 – 1538), das man heute in der Alten Pinakothek in München besichtigen kann, ist der Salbei neben der Muttergottes zu sehen.
Schon um 1680 erschien ein Buch mit einem Umfang von 400 Seiten, das die Empfehlung der heilenden Wirkung des Salbei zum Thema hat, sowie einen alten Liebeszauber aus Pommern. Dieser besagt: "Nimm drei Salbeiblätter und schreibe auf das erste: "Adam und Eva", auf das zweite "Jesu Maria" und auf das dritte deinen und den Namen dessen, den du verehrst. Brenne diese Blätter zu Pulver und bringe dies genau der Person beim Essen oder Trinken bei."
Auch Hildegard von Bingen wusste einiges über den Salbei zu sagen. Sie schrieb, dass Salbei aufgrund seiner Trockenheit nützlich gegen Schwachsäfte sei. Wer von Schadsäfte geplagt wurde, sollte Salbeiblätter essen und zwar roh und gekocht. Außerdem sollte man aus den Blättern des Salbeis Pulver machen, das man mit Brot isst, da dies den Überfluss an Schadsäften im Körper vermindern soll. Wer übel riechenden Atem hat oder an Schleimüberfluss leidet, soll den Salbei in Wein kochen, abseihen und häufig davon trinken, da dies den Schleim und die Schadsäfte einschränken soll. Einer, der mit diesen Problemen zu kämpfen hat und außerdem noch Rheuma hat, soll Salbei in Wasser gekocht trinken. Dies nimmt laut Hildegard von Bingen selbst das Rheumatische aus dem Körper.
Salbei gehört zu den Lippenblütengewächsen. Die Pflanze ist ein Halbstrauch und wird bis zu einem Meter hoch. Die Lippenblüten sind violett-blau und selten weiß und die innere Blütenröhre ist mit einem Haarkranz versehen.
Der Stängel des Salbeis ist holzig und vierkantig. Die Blätter sind gegenständig, länglich eiförmig, derb, etwas runzelig und fein gekerbt. Junge Blätter der Pflanze sind wie der Stängel auch weißfilzig.
Es sind alles in allem 500 verschiedene Salbeiarten bekannt. Der wild wachsende Salbei, der bei uns vorkommt, ist für Heilzwecke aber kaum geeignet.
Die Salbeiblätter werden vor der Blüte gesammelt, üblicherweise im Mai und Juni.
Nimmt man mehr als 15g der Blätter pro Aufguss, sind schädliche Nebenwirkungen zu erwarten. Dabei kann Durst, Pulsbeschleunigung, Hitzegefühl oder Mundtrockenheit auftreten. Daher ist die Pflanze nicht zur dauerhaften Einnahme geeignet.
Eine Überdosierung des Salbeis hat eine schweißtreibende Wirkung, therapeutische Mengen hingegen führen zu einer Reduzierung der Schweißdrüsentätigkeit.
Auf eine innerliche Anwendung von Salbei sollte während der Schwangerschaft verzichtet werden.