Die Anwendung der Pflanze erfolgt in der Volksmedizin bei diversen Erkrankungen des Magens und Darmes, wie z.B. Blähungen, Stuhlverstopfungen und Stauungen, Appetitmangel, Magen- und Darmkrämpfen und Gärungserscheinungen. Schafgarbe wird außerdem bei Gallenkrämpfen und Störungen der Leber verwendet, sowie zur Heilung von Entzündungen, wie z.B. Magen- oder Dickdarmentzündung und zur Steigerung der Darmdrüsentätigkeit. Auch für die Regulierung der Nierentätigkeit wird das Kaut verwendet, wobei die Harnausscheidung verstärkt wird, dafür aber vollkommen reizlos ist. Bei Leibschmerzen, die in Zusammenhang mit Kreuzschmerzen stehen, ist die Wirkung der Schafgarbe auch sehr positiv.
Über die regelmäßige Zunahme von frischem Schafgarbensaft sagt man, dass sie selbst ausstrahlende Schmerzen, wie sie die Angina pectoris (Herzbräune oder Herzmuskelentartung) auslöst, beseitigen oder zumindest verringern kann. Der Saft muss dabei absolut frisch sein und darf auf keinen Fall anfangen zu gären. Diese Wirkung lässt sich auf den besonderen Chlorophyllgehalt zurückführen. Dieser hat eine positive Wirkung auf die blutbildenden Organe und stärkt und kräftigt somit den Gesamtorganismus.
Schafgarbe hilft bei der schnellen Beschwerdenminderung bei Rheuma und Gicht und beeinflusst die Zuckerkrankheit maßgeblich, vor allem im Anfangsstadium.
Die Pflanze ist auch unter dem Namen „Blutstillkraut“ bekannt und wird bei unterschiedlichen Arten innerer Blutungen angewendet. Sie kann (wie das Hirtentäschel auch) bei Mastdarm- und Hämorrhoidalblutungen, bei Blutspucken und –husten, sowie bei Nasenbluten und Nierenblutungen angewendet werden. Außerdem kann man durch die Schafgarbe die Regel weitestgehend regeln. Außerdem wird die Pflanze eingesetzt bei Eierstockentzündungen und zur Linderung bei Gebärmuttervorfall.
Zur Einnahme des Mittels wird außerdem bei unterschiedlichen Erkrankungen der Harnorgane geraten, wie z.B. bei Bettnässen, Blasenschwäche und Blasenkatarrh.
Süßt man den Schafgarbentee mit Honig, hat er warm getrunken eine vorzügliche Wirkung bei Bronchialkatarrh, Husten, grippösen Erscheinungen und Bronchitis. Der lauwarme Aufguss wird als Volksmittel benutzt, um Nasenspülungen gegen Schnupfen zu machen.
Eine äußerliche Anwendung der Schafgarbe wird zur Behandlung aller Arten von Geschwüren und zur Wundbehandlung vorgenommen. Hierfür wird die Pflanze abgekocht und als Umschlag oder Bad angewendet. Die Umschläge haben eine heilende und wohltuende Wirkung bei aufgesprungenen Händen, sowie bei wunden Brustwarzen bei stillenden Müttern. Dies gilt außerdem für die unterstützende Wirkung gegen Schuppenflechte. In diesem Fall unterbindet die Schafgarbe den nervenaufreibenden Juckreiz.
Nimmt man häufig Waschungen des ganzen Körpers mit dem ausgekühlten Schafgarbenabsud vor, zeigt dies eine kräftigende Wirkung bei schwachen und bettlägerigen Kleinkindern, sowie bei Menschen, die nervöse Störungen haben. Allgemeine Neuralgien werden durch warme Schafgarbenbäder mit einem Zusatz von Kamille gelindert.
In der Volksmedizin nimmt man bei Schindel und gegen Blutandrang zum Kopfe absolut frisch gepflückte Blüten und Blätter zwischen Daumen und Zeigefinger. Diese zerreibt man, bringt sie direkt vor die Nase, zerreibt sie abermals und führt sie in die Nase ein. Achtung! Üblicherweise ist dies ein Auslöser für Nasenbluten. Allerdings erleichtert es auch das Schwindelgefühl und den Blutandrang.
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